Der Stupa ist ein Monument, das Harmonie und Liebe symbolisiert. Er verkörpert die Essenz der fünf Elemente, die Qualitäten eines erwachten Geistes, das unbegrenzte Mitgefühl und die Weisheit. In seinem Inneren befinden sich zahlreiche buddhistische Schriften und Gebete. Er wird zum Erhalt des Friedens in der Welt errichtet und fördert das äußere Gleichgewicht und den inneren Frieden.

Ringu Tulku Rinpoche

Der Stupa bildet einen Ort der Achtsamkeit.

Er soll die Menschen zusammenführen und den Frieden in einer Zeit von Entfremdung, Zwietracht und Gewalt fördern. Er wirkt als energetischer Gegenpol zu den Leiden der Welt und symbolisiert ein Bewusstsein, das von tiefem Mitgefühl und Weisheit durchdrungen ist.

Er verkörpert die Verbundenheit – jenseits von Religionen, Weltanschauungen und Ideologien.

Bodhgaya Kadam Stupa by night

Pagode, Thupa, Chaitya, Dagoba, Stupa, Tschörten  – so lauten einige der verwendeten Namen, die sich auf Tausende von sakralen Bauwerken beziehen, die überall im asiatischen Kulturraum errichtet wurden, um geweihte Reliquien zu verwahren, heilige Orte zu markieren oder an besondere Geschehnisse zu erinnern. Auf den öffentlichen Plätzen, an den Wegkreuzungen entlang der riesigen Seidenstraße, in den großen Anlagen von Angkor Wat in Kambodscha und Pagan in Myanmar, in Thailand, Laos, Malaysia, Indonesien, im chinesischen Wutaichan-Gebirge und den Gebirgspässen des Himalaya, in den buddhistischen Klöstern der Vergangenheit und in der Gegenwart, überall thronen die faszinierenden Bauwerke indischen Ursprungs. Die Bezeichnung leitet sich ab von der Sanskrit-Silbe `stup` – wörtlich: aufgehäuft, angesammelt, aufgerichtet. Es heißt, dass der Stupa einen Ort bildet, an dem der Geist des Buddha verweilt, um seine segensreiche Wirkung in der Welt zu entfalten. Die Stupas werden seit ca. 2500 Jahren im Gedenken an Siddhartha Gautama, den Buddha, errichtet. Sie dienen als Reliquien-schreine und sind förderlich für den Frieden in der Welt. Der Stupa soll dazu beitragen, dass möglichst alle Menschen gemeinschaftlich nach innerem und äußeren Frieden trachten ungeachtet des gesellschaftlichen Status, der ethnischen Herkunft oder der Glaubenszugehörigkeit.

 

Ananda soll den Buddha gefragt haben, auf welche Weise sie seiner nach dem Tode gedenken könnten. Dieser soll erwidert haben: „Es soll Stupas an den Wegbiegungen geben, damit jene, die dort Blumen, Duftstoffe, Lichter, heilsame Worte und Gedanken opfern möchten, um auf eine gebührende Weise ihrer Freude Ausdruck zu verleihen, stets Segen und Glück erfahren mögen.

Mahaparinirvana-Sutra

 

Nach dem Tode des Buddha und der Verbrennung seines Körpers vor ca. 2500 Jahren wurden die Überreste achtfach aufgeteilt und den Repräsentanten der damaligen indischen Königreiche überreicht. Im Mahaparinirvana-Sutra wird überliefert, wie der scheidende Buddha vier Orte benannt hat, wo ein Reliquienschrein an einer Wegkreuzung errichtet werden soll: am Ort der Geburt in Lumbini (1), am Ort des Erwachens in Bodhgaya (2), am Ort der frühen Unterweisungen in Sarnath (3) und am Ort des Parinirvana in Kushinagara (4). Später wurden diese wichtigen Orte der Pilgerschaft um weitere Orte ergänzt: Sravasti (5), Samskasya (6), Vaisali (7) und Rajagriha (8).

Auch heute noch fühlen sich Tausende von Pilgern zu diesen Plätzen im heutigen Indien und in Nepal hingezogen. Der Stupa symbolisiert den erwachten Geist des Buddha und verkörpert die Weisheit und das auf das Wohl der Wesen gerichtete Mitgefühl. Zu Beginn sah man in der Form des Stupa mehr die körperliche Gestalt des Buddha, aber mit dem Schwinden der historischen Perspektive wurden die bedeutenden Bauwerke immer mehr mit den Lehren des Buddha assoziiert.

Die Funktion des Stupa

Sie werden für unterschiedliche Zwecke gebaut und nach Form und Funktion in insgesamt sechs Typen eingeteilt:

  1. Die Reliquien-Stupas enthalten die Reliquien von Buddha Shakyamuni, seinen Schülern und nachfolgender Meister und Meisterinnen
  2. Die Objekt Stupas enthalten sakrale Gegenstände, welche der Buddha oder seine Schüler benutzt haben, wie
  3. Bettelschalen, Mönchsroben oder wichtige Handschriften
  4. Die Stupas zum Gedenken werden errichtet, um an wichtige Ereignisse im Leben des Buddha oder seiner Schüler/Innen zu erinnern
  5. Die Stupas mit großer Symbolkraft verkörpern die zentralen Aspekte des Buddhismus. So symbolisiert die berühmte Stupa in Borobodur in Java die sogenannten „Drei Welten” (Skr. dhatu) und im Mahayana Buddhismus die zehn Stufen der geistigen Verwirklichung (Skr. bhumi) eines Bodhisattva.
  6. Die kleinen Votiv-Stupas, die sich in der Umgebung einer berühmten und oft besuchten Stupa befinden, werden gebaut, um an den Besuch zu erinnern und/oder um spirituelle Verdienste zu sammeln.

Der Stupa soll dazu inspirieren einen friedvollen und spirituellen Weg zu suchen. Er ist ein Ort der Pilgerschaft, der Zuflucht, des inneren Friedens und der Heiterkeitbesonders für diejenigen, die dringend Schutz benötigen. Er trägt eine tiefe Symbolik und hilft das Dharma besser zu verstehen.

Der ursprüngliche Zweck der indischen Stupa war die Aufbewahrung der Reliquien des Buddha. Der tibetische Stupa (tib. tschör-ten) wird dazu verwendet, die Reliquien von spirituellen Meistern aufzubewahren. Je nach Größe der Kuppel werden kleine Tsa-tsas – das sind in Ton geprägte Votivgaben von Buddhas und Bodhisattvas, Mantras, Schriften, Statuen, Schmuck, Heilsteine und getrocknete Heilkräuter hinzugefügt. Das Innere des Sockels des großen Stupa wurde im Verlauf der Jahrhunderte zu einem Altarraum und Tempel. Als Miniatur dient der Tschörten dem häuslichen Zweck und befindet sich gewöhnlich auf dem Hausaltar. Lange Reihen von achtfachen Tschörten säumen berühmte Pilgerrouten in ganz Zentralasien und entlang der Seidenstraße. Sie werden nach geomantischen Prinzipien auf dem Klostergelände, am Eingang zu einem Tal oder Ortschaft und auf hohen Gebirgspässen errichtet. Sie dienen der Harmonisierung und zum Schutz vor negativen Einflüssen. Der große tantrische Meister Padmasambhava hat im 7. Jahrhundert reihenweise Tschörten auf dem tibetischen Hochplateau, in Bhutan, Sikkim und Nepal errichten lassen. Beide, der indische Stupa und der tibetisch-mongolische Tschörten, schützen vor Naturkatastrophen, Hungersnöten, Epidemien und feindlichen Überfällen. Sie verfügen über eine heilsame Segenskraft (Skr. adisthana).

“Ohne Worte und in Stille befreien die heiligen Objekte täglich 100.000 Lebewesen aus den niederen Bereichen von Samsara. Schon der Anblick genügt, um negatives Karma im Geist zu bereinigen. Die Stupas säen den Samen und jeden Tag bringen sie die Lebewesen zur Befreiung. Das geschieht nicht sofort, aber immer wenn wir einen solch heiliges Objekt erblicken, wird der geistige Samen gepflanzt, um den Pfad zu verwirklichen. Der Stupa arbeitet auf eine natürliche Weise zum Wohle der Wesen. Dazu gehören auch die Tiere und die Insekten, die mit dem mit Mantras gefüllten Stupa in Berührung kommen. Schon wenn der Schatten eines Stupa auf uns fällt, so kann dies einen Mord bereinigen.”

Lama Zopa Rinpoche

 

Ausführliche Erläuterungen finden sich in der Zeitschrift “Tibet und Buddhismus” (2004).

Baustil und Symbolik

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Die älteste Stupa in Sanchi, Zentralindien

Die äußere Form des Stupa ist entweder pyramiden- oder kuppelförmig. Er enthält kostbare Reliquien, Statuen, Schriften und millionenfach Mantras auf Papier und kleine, tönerne Stupas. Seine Ästhetik und geistige Wirkkraft resultiert aus den streng überlieferten Vorgaben. Die einzelnen Abschnitte des Bauwerks haben unterschiedliche Größe und verfügen über eine komplexe Bedeutung. Im Zuge des wachsenden Interesses am Buddhismus sind auch in der westlichen Hemisphäre eine Anzahl von Stupas entstanden. Die Orte, an denen sich ein solcher befindet, dienen der Kontemplation und Meditation. Je nach Anlass variiert seine Form nach den festgelegten Kriterien leicht. Größere Unterschiede können in den Abmessungen gemacht werden. In der Regel besteht er aus harmonischen und klar strukturierten geometrischen Formen, die an die Proportionen des sitzenden Buddha erinnern. Auf der Erdhöhe befindet sich ein Fundament, gefolgt von Stufen, einem Quader, dem wiederum Stufen folgen, darauf befindet sich die Kuppel oder der Dom mit einer kleinen Basis, mit darauf konzentrisch angeordneten Ringen, einem Schirm und einer goldenen Spitze.

Die Grundzüge des ursprünglichen indischen Baustils sind am deutlichsten am Stupa in Sanchi zu erkennen. Jeder dieser frühen runden Schreine war von einem massiven, hemisphärischen Kuppeldom gekennzeichnet, der sich über einer kreisförmigen Terrasse erhob, welche bei der Umrundung als Prozessionsweg diente, auf den man über eine oder mehrere Treppen gelangte. Am Scheitel der Kuppel befand sich eine quadratische, tischähnliche Konstruktion, die wiederum von einer feststehenden Stange gekrönt war. Diese trug eine Reihe von geschmückten Ehrenschirmen. Zu Beginn wurden die Reliquien noch in der quadratischen Harmika aufbewahrt. Die frühen Stupas wurden von einem hölzernen oder steinernen Schutzzaun umgeben, der an jedem Hauptpunkt von einem hohen, verzierten “Torana”, einem offenen Torbogen, unterbrochen war. Es war der indische König Ashoka, der im im 3. Jahrhundert v. Chr. die Verbreitung des Stupa und auch den Bau der Mahabodhi Stupa in Bodhgaya veranlasst hat. Nach seiner Hinwendung zum Buddhismus erklärte er öffentlich, die vermachten Überreste des Buddha mit dem Bau von 84.000 Stupas in Ehren zu halten. Er ließ zwei Jahrhunderte nach dem Parinirvana des Buddha unzählige Stupas in Zentral- und Nordindien errichten, um auf diese Weise die Reliquien auf dem Subkontinent zu verbreiten. Im 2. Jahrhundert n. Chr. wurden auf Wunsch des buddhistischen Philosophen Nagarjuna zusätzlich Tausende von Stupas errichtet. Selbst als die Vorherrschaft des Buddhismus infolge der Islamisierung Nordindiens ab dem 7. Jahrhundert zu Ende ging, florierte dieser außerhalb von Indien weiter. Ein Grund hierfür war das geistige Verdienst, das der Förderung und dem Bau von Stupas zugeschrieben wird. Dies hat der Buddha mit den Worten beschrieben:

Hier oder dort bauen die Kinder einen Stupa aus Sand zur Ehre der Buddhas. Sie werden dadurch alle am Erwachen teilhaben.

Saddharmapundarika-Sutra

 

Zum Entwurf eines Stupa

Dazu wird ein quadratischer Unterbau vertikal und horizontal in vier Teile aufgeteilt. Es werden die Diagonalen gezogen, und ein weiteres Quadrat wird in einem Winkel von 45 Grad zu den ersteren hineingestellt. Alle Achsenlinien treffen sich in der Mitte, die auch die Mitte des Kuppelteils ist, welche mit einer Vase (tib. bumpa) verglichen wird. Wenn diese grundlegenden Proportionen festgesetzt sind, zeichnet der Künstler den ausgewählten Typ auf ein Gitternetz. Entwurf und Konstruktion zeichnen sich aus durch die Einfachheit des Stils und die Präzision. Der Stupa tibetischen Stils ist meist von weißer Farbe und die vier Seiten des Sockels werden oft mit farbigen Bildreliefs von Schneelöwen geschmückt. Die Ikonometrie des indischen Vorbilds wird weiterhin übernommen, ebenso die dreidimensionale Mandala-Form. Die drei Hauptelemente des Tschörten sind der Sockel, die Kuppel und die krönenden Teile. Die Umrisse des Monuments ähneln dem Körper des sitzenden Buddha. Sie erwecken die Vorstellung seiner physischen Gegenwart.

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Die Basis entspricht dem Thron, die vier Stufen seinen im Lotossitz gekreuzten Beinen, die Kuppel dem Rumpf, das Quadrat den Augen und der Turm der Haarkrone. Die Stupa verkörpert aber auch das unermessliche Mitgefühl und den befreiten Geist eines Buddha.

 Stupa

Zeichnung der äußeren Form einer Kadam Stupa, die vom indischen Meister Dipankara Atisha im 10. Jahrhundert in Tibet eingeführt wurde. Diese Form hat Ähnlichkeit mit dem Stupa auf dem Mahabodhi Tempel in Bodhgaya.

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Zeichnung der einzelnen Kammern und des “Baumes der Lebenskraft” (rot).

Die Bedeutung auf einer zweiten Ebene der Auslegung:

So entspricht jede der vier Stufen einer der „Vier Gruppen“:

1. der vollkommenen Hingabe
2. der vier Stützen für Wunderkräfte
3. der vier Ausrichtungen der Vergegenwärtigung
4. der fünf Kräfte

Die Basis der Kuppel symbolisiert die „Fünf Kräfte“:

1. Vertrauen
2. Tatkraft
3. Achtsamkeit
4. Konzentration
5. Weisheit

Die Kuppel ist das Gefäß für die „Sieben Glieder der Erleuchtung“:

1. Achtsamkeit
2. Weisheit
3. Tatkraft
4. Freude
5. geistige Flexibilität
6. Konzentration
7. Gleichmut

Die Harmika (Skr.) verkörpert den „Achtgliedrigen Pfad der Heiligen“:

1. rechte Ansicht,
2. rechtes Denken,
3. rechte Rede,
4. rechtes Handeln,
5. rechter Lebenserwerb,
6. rechte Anstrengung,
7. rechte Achtsamkeit
8. rechte Konzentration

Die ersten zehn Scheiben des Turmes entsprechen den zehn übernatürlichen Kräften und den geistigen Fähigkeiten eines Buddha. Die drei obersten Scheiben den drei “tiefen Betrachtungen“ bzw. den drei „Arten der Achtsamkeit“. Die Ringe weisen auf die dreizehn Ebenen der geistigen Verwirklichung eines Bodhisattva hin bis zum endgültigen Erwachen. Auf der obersten Spitze des Stupa (Tschörten) befindet sich eine kleine runde Kugel, die im Tibetischen als „Tropfen“ (tig-le) bezeichnet wird und auf einer Sonnen- und Mondscheibe ruht. Dieser Tropfen (oder auch Juwel) symbolisiert die vollkommene Verwirklichung des eigenen Geistes. Die Sonnenscheibe verkörpert die unterscheidende Weisheit (Skr. prajna), die Mondscheibe die beste Methode (Skr. upaya) und das unermessliche Mitgefühl (Skr. karuna). Der Turm trägt noch einen Ehrenschirm – das Sinnbild königlicher Hoheit -, der sich unter den krönenden Teilen des Stupa befindet. Sowohl der indische Stupa als auch der tibetische Tschörten enthalten im Zentrum eine quadratischen Stamm, den sogenannten „Baum der Lebenskraft” (tib. sog-shing), der in leuchtendem Rot bemalt und mit goldenen Sanskrit-Silben versehen ist. Diese Mittelachse im Zentrum, die an die abendländische Vorstellung einer `axis mundi` erinnert,  steht im mythischen Sinne für die Verbindung von Himmel und Erde. Sie betont den Charakter des Bauwerks als eines zentralen Punktes, einer Achse, um die herum sich die Lebewesen in gleicher Richtung mit dem Sonnensystem, der Galaxie und dem Universum bewegen. Der buddhistische Stupa wird in seiner Ganzheit auch als ein Abbild des Pfads zur Erleuchtung betrachtet.

Video über die Platzierung des neuen `Sog-ching` in der Boudnath-Stupa in Kathmandu / Nepal:

Die acht Maha-Chaityas / Tschörten

Mehr als 1000 Jahre später wurden in Tibet – analog zu oben genannten Wirkungsstätten des Buddha in Indien – acht leicht unterschiedliche Stupas entwickelt. Sie werden in festgelegter Reihenfolge errichtet und sind an den Eingangswegen zu Klöstern oder auf nahe gelegenen Bergkämmen und Gebirgspässen zu sehen. Songtsen Gampo, der erste buddhistische König Tibets, soll im 7. Jahrhundert n. Chr. den Bau der acht Stupa-Versionen veranlasst haben.

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1. Stupa geschmückt mit Lotusblumen zum Gedenken an die Geburt von Siddhartha Gautama in Lumbini / Nepal.

Die Stufen des Stupa sind rund und mit Lotusblumen geschmückt.

2. Stupa des Großen Erwachen ehrt den Buddha als die Verkörperung der Erleuchtung (Skr. bodhi).

Die Stufen des Stupa sind rechteckig und ohne Verzierungen.

3. Stupa der vielen glückverheißenden Tore zum Gedenken an das `Öffnen der vielen Tore` der Dharma-Lehren in Varanasi / Nordindien.

Die Stufen des Stupa sind geschmückt mit kleinen Toröffnungen.

4. Stupa des Aufzeigens großer Wunder zum Gedenken an das Aufzeigen übernatürlicher Kräfte durch den Buddha in Shravasti als Antwort auf die Herausforderung durch die Tirthika-Philosophen.

Jede der vier Stufen des Stupa hat in jede der vier Richtungen eine Erweiterung in der Mitte.

5. Stupa der Herabkunft des Buddha aus Tushita, um seine Lehrtätigkeit in Nordindien fortzusetzen.

Jede Seite des Stupa verfügt in der Mitte der vier Stufen über eine kleine Treppe.

6. Stupa der Versöhnung der ordinierten Sangha nach inneren Konflikten.

Die vier Stufen des Stupa sind achteckig mit jeweils acht Ecken und acht Seiten.

7. Stupa des Segens eines langen Lebens zum Gedenken der Fähigkeit des Buddha auf den dringenden Wunsch eines Schülers die eigene Lebensspanne zu verlängern

Die vier Stufen des Stupa sind rund.

8. Parinirvana Stupa zum Gedenken an das Erlangen des Nirvana, des wahren Friedens, jenseits von Tod.

Der Stupa hat keinerlei Stufen und der mittlere Teil ruht auf der quadratischen Basis, dem Thron.

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Nachdem es dem buddhistischen König aus Tibet Yesche Ö im 11.Jahrhundert n. Chr. gelang den Mönchsgelehrten Atisha Dipamkara aus der indischen Nalanda Klosteruniversität nach Lhasa einzuladen, hat dieser während seines Aufenthalts in Tibet nicht nur den Mahayana- und tantrischen Buddhismus in Tibet erneuert, sondern, inspiriert durch den Stupa auf der Spitze des Mahabodhi-Tempels in Bodhgaya, mit dem Bau von Kadam Stupas in ganz Tibet begonnen. Diese gehören nicht zu den oben beschriebenen acht Stupa-Versionen. Der Beginn der Konstruktion eines tibetischen Stupa wird von ausführlichen Gebeten und rituellen Handlungen begleitet. Dazu gehören die geomantische Auswahl des Ortes, die Vorbereitungen und das Ausheben des Erdgrundes, das Versenken der `Schatzvase`, der Bau des Fundaments und des Sockels, die Konstruktion und das sorgfältige Füllen der Kuppel, das Aufsetzen der Metallringe und des kreisrunden Harmika-Aufsatzes, die eventuelle Bemalung und Verzierung und schließlich die endgültige Segnung und Ermächtigung. Dies geschieht unter der präzisen Befolgung der Anweisungen aus den tibetischen Kommentaren. Erst dadurch wird das Bauwerk zum Gefäß für den Erhalt von nachhaltigem Glück und Segen (Skr. adhishtana).

Hier eine ausführliche wissenschaftliche Beschreibung der Geschichte & Bedeutung von Stupas von Dr. Cornelia Weishaar.

Die Auswahl des Kadam Stupa in Berlin-Friedrichshain geschah durch einen der berühmten Meister in der Geschichte Tibets, den 17. Gyalwang Karmapa. Die Konstruktion und Füllung geschah unter der Leitung von Khenpo Lama Phuntshok und Khenpo Namgyal aus dem Karma Lekshe Ling Institut in Kathmandu. S. H. 41st Sakya Trizin Ngawang Kunga und der Karmapa haben zuvor den Standort auf dem Gelände von Bodhichaya gesegnet.

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